CHEMIE MIT CHEF STIMMT NICHT

Arbeit als Angestellter – Selbstverständnis und Realität

Um es gleich zu Beginn klar zu sagen: So gut wie immer haben Sie es selbst zu verantworten, wenn Sie einige Monate nach einer Beförderung, Versetzung oder nach einem Jobwechsel feststellen müssen, dass die Chemie mit Ihrem Chef nicht stimmt. Warum das so ist, das verraten wir Ihnen auf dieser Seite.

Realität der Arbeitswelt

Als Angestellter zu arbeiten, erfordert ein hohes Maß an Unterscheidungsvermögen: Selbstverständnis und Realität der Arbeitswelt klaffen oft weit auseinander. Eine schonungslose Analyse Ihrer Aufgaben und Feintuning mit Fingerspitzengefühl im Alltag mit dem Chef sind überlebensnotwendig.

Leistungswille und ungebremste Motivation verbunden mit mangelnder Reflektion ihrer Stellung im Betrieb hat schon viele die Karriere gekostet. Daher erstmal zum Grundsätzlichen, gerade weil es nicht so gerne gehört wird: Eine offizielle Definition besagt, dass Sie als Angestellter ein „abhängig Beschäftigter“ und Ihrem Arbeitgeber gegenüber weisungsgebunden sind. Die Abhängigkeit als Angestellter steht im direkten Konflikt mit der missverständlichen Leistungsanforderung der „selbständigen Arbeitsweise“, welche von Arbeitgebern immer wieder gefordert wird. Letztere bedeutet nur, dass Sie Ihren definierten Aufgaben ohne Extra-Aufforderung nachgehen und impliziert im Normalfall keinesfalls, dass Sie selbständig entscheiden, was wann und wie zu tun ist. Der Angestellte muss sich an seinen Chef anpassen. Das System eines hierarchisch organisierten Unternehmens kann nur so funktionieren. Ihre Unterschrift unter den Anstellungsvertrag bedeutet weitestgehenden Verzicht auf persönliche Seinserfüllung in der Arbeitszeit. Der Preis, den das Unternehmen zahlt, ist Ihr monatliches Gehalt und teilweiser Verlust von Früchten der Mitarbeiterkreativität. Äußerung der eigenen Meinung nach Belieben oder offene und öffentliche Kritik an Chefs jedweder Art sollten Sie als Angestellter im Unternehmen unterlassen, wenn Ihnen Ihr berufliches Fortkommen wichtig ist.

Insbesondere frisch beförderte Manager und neue Mitarbeiter neigen zu Fehler mit weitreichenden Folgen: Sie definieren aus eigener Überlegung selbst, was am neuen Arbeitsplatz wann und wie zu tun ist, welche Probleme prioritär gelöst werden müssen und wie dabei im Detail vorzugehen ist.

Wer hat dabei ein Problem?

Der weisungsbefugte Vorgesetzte hat ganz sicher seine eigene Sicht der Dinge und hat intensiv darüber nachgedacht, welche Probleme an diesem Arbeitsplatz wie und in welcher Reihenfolge zu lösen sind. Mit Sicherheit gab es Besprechungen und Vereinbarungen mit dem frischgebackenen Manager zu den Überlegungen des Chefs. Und mit Sicherheit hat der weisungsbefugte Vorgesetzte seine Sicht der Dinge mit seinem Chef besprochen und beide Chefs haben ihre Sicht der Problemlösung gefunden. Zugegeben, es kommt vor, dass diese Sicht der Problemlösung und manche Hintergrundinformation warum etwas so und nicht anders zu erledigen ist, nicht in aller Tiefe besprochen wird. Häufig weicht aber der frisch beförderte Manager vom besprochenen und vereinbarten Konsens der Problemlösung ab, weil er in Erledigung seiner Aufgaben neue Erkenntnisse gewinnt und diese sogleich umsetzt, ohne sie mit seinem Chef zu besprechen.

Um es deutlich zu sagen: Es ist kein Wunder, dass es da zu Spannungen kommt. Dass die Vorstellungen beider Persönlichkeiten über diese „neuen Erkenntnisse“ vollkommen übereinstimmen, ist so gut wie unvorstellbar und selbst wenn, der neue Mitarbeiter hat nicht für den nötigen Informationsfluss gesorgt, der Chef wurde übergangen.

Wer als Manager, Fachkraft oder Sachbearbeiter seinen Aufgabenbereich selbst definiert und entscheidet, was wie zu tun ist, dem unterläuft eine krasse Fehleinschätzung seiner Kompetenzen und Befugnisse. Als Angestellter arbeiten Sie nun mal unter dem Diktat von Zielvorgaben, Anweisungen, Vereinbarungen und manchmal auch unausgesprochenen Erwartungen Ihres Chefs. Der gibt die Richtung vor und legt Prioritäten fest. Selbstverständlich kann und muss jeder Mitarbeiter und Manager Vorschläge unterbreiten, Konzepte erstellen, Schwachpunkte aufdecken und Pläne aufstellen. Selbst entscheiden und handeln, darf er von eng umrissenen Ausnahmen mal abgesehen erst nach Zustimmung seines Chefs.

Wenn die Chemie mit Ihrem Chef nicht stimmt, haben Sie sich das also selbst zuzuschreiben, da sie sich dieses Spiel bisher nicht bewusst machten.

Karrieretipps

Finden Sie Anregungen in unseren Karrieretipps und kontaktieren Sie uns bei Bedarf für Beratung und Coaching.

Karriereberatung

Chemie mit Chef stimmt nicht

Karriere-Coaching für Angestellte

Bewerbungstraining

Fragen im Vorstellungsgespräch

guten Eindruck im Vorstellungsgespräch

Karriere-Coaching

Karriereplanung

Berufliche und persönliche Ziele aus Visionen finden

 

Seien Sie willkommen mit Ihren Fragen und Aufgaben: Kontakt